Armando, Makis und Andjela machen bei den climb-Lernferien mit. Am Mittwoch durften sie Kultusminister Lorz per Video Call interviewen.

 

In den Ferien zur Schule gehen? Seit den coronabedingten Schulschließungen bedeutet das für die meisten, dass dort der versäumte Unterrichtsstoff nachgeholt wird. Bei den climb-Lernferien sieht Ferienschule aber etwas anders aus: Hier entdecken Kinder aus strukturschwachen Stadtteilen ihre Stärken und lernen mit ganz viel Spaß, wie sie mutig die Herausforderungen des Schulalltags anpacken. Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz war am Mittwoch per Video Call bei den Lernferien in Offenbach im Rahmen seiner Löwenstark – Der BildungsKICK Tour zugeschaltet.

Am Mittwoch, den 20. April war die Aufregung unter den Grundschulkindern groß, die in den Osterferien an den climb-Lernferien in Offenbach teilnehmen. Denn beim Besuchstag hatte sich sogar der Kultusminister höchstpersönlich virtuell zugeschaltet und sprach mit den Kindern darüber, was sie während der Lernferien schon gelernt haben. Herr Lorz freute sich über Antworten wie „Dass Mathe Spaß macht”.

Laura Erkan, Geschäftsführerin der climb-Lernferien, erklärt: „Besonders arme und armutsbedrohte Kinder litten unter der Pandemie, denn sie haben auch unter normalen Umständen nicht die gleichen Chancen wie andere Kinder. Bei den climb-Lernferien können sie spielerisch und in kleinen Gruppen Deutsch und Mathe üben, basteln, experimentieren und vor allem jede Menge Selbstbewusstsein tanken.”

Es gehe nicht darum, den Lehrplan durchzudrücken, sondern eine Grundlage zu schaffen, durch die Kinder motiviert und mutig sind, ihre Stärken in der Schule und im Alltag einzusetzen. Unterrichtet und betreut werden die Kinder von ehrenamtlichen climb-Lehrkräften, unter ihnen viele Studierende des Lehramts und der Psychologie, die in die Arbeit mit Kindern hineinschnuppern und ganz konkret etwas Gutes tun möchten. Diese climb-Lehrkräfte erhalten im Rahmen der Lernferien auch ein umfassendes Weiterbildungsangebot.

Das Sozialunternehmen climb ist Löwenstark-Partner des Hessischen Kultusministeriums und bietet seit 2021 in Kooperation mit den jeweiligen Kommunalverwaltungen in Kassel und Offenbach seine Lernferien an, damit Kinder aus einkommensschwachen Familien auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden. Kultusminister Lorz freut sich über die Zusammenarbeit mit der Stadt Offenbach und Stiftungen wie der Dr. Marschner-Stiftung und der Linsenhoff-Stiftung, die die Lernferien ko-finanzieren. „Zwei Jahre Corona haben Spuren hinterlassen, und es wird noch eine ganze Weile dauern, bis alle Schülerinnen und Schüler auf dem Lernstand sind, über den sie ohne Pandemie verfügt hätten. Ich freue mich sehr, dass wir im Rahmen von Löwenstark auf engagierte Partner wie climb zählen können, die die Arbeit in unseren Schulen sinnvoll ergänzen und Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien helfen, verpassten Lernstoff in den Ferien nachzuholen.”

Paul-Gerhard Weiß, Schuldezernent der Stadt Offenbach, betont: „Offenbach ist eine Ankunftsstadt. Die Bevölkerungszahl wächst seit Jahren und damit kommen auch zahlreiche neuzugewanderte Kinder und Jugendliche in unsere Stadt. Ein außerschulisches Angebot, wie beispielsweise climb, ist für die Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Baustein der kommunalen Bildung. Ich danke allen Projektbeteiligten und besonders der VHS Offenbach, die für die diesjährigen Lernferien ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.“  

Normalerweise finden die Lernferien in den Räumlichkeiten der Partnerschulen statt. Da die Goetheschule aktuell wegen Baumaßnahmen gesperrt ist, lernen die Schülerinnen und Schüler in diesen Osterferien in der VHS Offenbach. Schon für die Pilotierung der climb-Lernferien im Sommer 2021 hat die Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung, die in der VHS angesiedelt ist, die Eigenmittel über eine Stiftungsförderung gestellt. Dirk Wolk-Pöhlmann ist Amtsleiter der VHS: „Als Volkshochschule übernehmen wir mit der Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung die Aufgabe des kommunalen Bildungsmanagements in Offenbach. Die Fachstelle unterstützt den Austausch und die Kooperation der Bildungseinrichtungen, Bedarfe können erkannt und Lücken im Angebot geschlossen werden. Ein gelungenes Ergebnis dieser Arbeit ist die Realisierung des climb-Angebots, das nun bereits zum dritten Mal über die Fachstelle nach Offenbach gekommen ist und von ihr federführend koordiniert wurde.“

Seit dem Jahr 2005 ist die Dr. Marschner Stiftung in der Stadt Offenbach eine beständige und verlässliche Begleiterin von Initiativen und Projekten. Offenbach als „Arrival City“ muss für die Verbesserung von Bildungschancen mehr tun als andere Kommunen. Besonders der Bedarf an ergänzenden, außerschulischen Bildungsangeboten ist groß und hat durch die Pandemie zugenommen. Die Finanzlage der Stadt ist angespannt, sodass sie zur Realisierung entsprechender Angebote auf Förderpartner angewiesen ist. Die Dr. Marschner Stiftung ist ein starker Förderpartner und finanziert in 2022 den kommunalen Anteil der climb-Lernferien (Ostern, Sommer, Herbst).

Daneben finanzieren sich die climb-Lernferien über Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes, das Kindern, die z. B. im Hartz IV-Bezug aufwachsen, zusteht und das kommunal verwaltet wird. Hier sind die MainArbeit – Kommunales Jobcenter Offenbach und das Sozialamt Offenbach starke Partner von climb.

Auch Ann Kathrin Linsenhoff, Vorstandsvorsitzende der Linsenhoff-Stiftung, wünscht sich, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien nicht nur Zukunftsperspektiven aufgezeigt bekommen, sondern auch so früh wie möglich die Fähigkeiten erlernen, um ihre Chancen auszuschöpfen: „Gerade für sozial benachteiligte Kinder ist eine frühe individuelle Förderung außerordentlich wichtig, um gleichberechtigte Bildungschancen zu haben. Ich freue mich sehr, die climb-Lernferien mit der Linsenhoff-Stiftung hier in Offenbach unterstützen zu können.”

Die Offenbacher climb-Lernferien laufen noch bis Freitag, den 22. April. Danach geht die Schule wieder los und die climb-Kinder können die Energie und das Selbstbewusstsein aus den letzten zwei Wochen für den Endspurt des Schuljahres nutzen.


Gegründet wurde das Sozialunternehmen bereits 2012 von drei Grundschullehrkräften in Hamburg. Seit letztem Jahr ist climb auch in Hessen vertreten.

35 Kinder der Offenbacher Goetheschule und neun ehrenamtliche Erwachsene lernen in diesen Osterferien von- und miteinander. Bei den climb-Lernferien können sie ihre Stärken entdecken und das Selbstbewusstsein tanken, das sie brauchen, um ihren Bildungs- und Lebensweg eigenständig zu gestalten.

Das Motto der Lernferien lautet diesmal „Traumberufe“. In verschiedenen Projekten entdecken sie, welche Fähigkeiten und Interessen für verschiedene Berufe vonnöten sind. Und auch in den Mathe- und Deutschlernzeiten wird deutlich, wie viele Möglichkeiten den Kindern offenstehen. Egal ob Arzt/ Ärztin, Koch/ Köchin oder Politiker/ Politikerin: Rechnen, Lesen und Schreiben sind hilfreiche Fähigkeiten, wenn man Menschen helfen und heilen möchte oder mithilfe eines Rezepts etwas Leckeres zaubern möchte. 

Zwei Ausflüge gibt es bei den Lernferien: Wie immer geht es in den Kletterwald, weil dort Kinder lernen können, mutig zu sein, im Team zu arbeiten und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Außerdem besuchen die Kinder das Museum Schloss Steinheim in Hanau.

Bildung – Integration – Zukunft

Der gleichberechtigte Zugang zu Bildung und eine bestmögliche individuelle Förderung ist die zentrale Leitlinie der Linsenhoff-Stiftung. Ziel des Engagements ist es, den einzelnen Menschen und der Gesellschaft neue Perspektiven zu eröffnen.

Die climb – Lernferien teilen die Kernelemente der Philosophie der Linsenhoff-Stiftung. Wir freuen uns sehr, daß wir das Projekt „schlaue Ferien für mutige Bildungswege“ mit unserer Patenschaft unterstützen können. 

Herzlichst

Ihre