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27. Januar 2026
Internationaler Gedenktag an die Opfer des Holocaust

Am 27. Januar gedenkt die Welt der Opfer des Holocaust. Der Internationale Gedenktag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen.

 

Doch dieser Tag ist weit mehr als ein Blick zurück in die Geschichte – er ist eine Mahnung mit unmittelbarer Bedeutung für unsere Gegenwart.

 

© Olga Yastremska, New Africa, Africa Studio

Der Holocaust gehört zu den größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden systematisch ermordet, Millionen weitere Menschen wurden verfolgt – darunter Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner, queere Menschen und viele andere, die aufgrund ihrer Herkunft, Überzeugung oder Identität entrechtet und vernichtet wurden.

 

Diese Verbrechen geschahen nicht im Verborgenen. Sie wurden möglich durch politische Entscheidungen, durch Mitläufertum, durch Schweigen – und durch das schrittweise Aushebeln von Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit.

 

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Gerade heute ist diese Erinnerung von besonderer Dringlichkeit. Antisemitismus, Rassismus und extremistische Ideologien nehmen in vielen Gesellschaften wieder zu. Gleichzeitig schwindet das historische Wissen über den Holocaust, insbesondere bei jüngeren Generationen.

 

Relativierung, Verharmlosung und gezielte Desinformation finden in digitalen Räumen immer schneller Verbreitung. All das macht deutlich: Erinnerung ist kein abgeschlossener Prozess, sondern eine fortwährende Aufgabe.

 

Der Internationale Gedenktag ruft uns in Erinnerung, dass sich Geschichte nicht wiederholt – aber dass sich ihre Muster ähneln können. Ausgrenzung beginnt mit Sprache. Gewalt beginnt mit Entmenschlichung.

 

Und Unrecht wird dort möglich, wo Gleichgültigkeit Raum bekommt. Die Lehren aus der Geschichte sind kein moralischer Appell, sondern ein gesellschaftlicher Kompass.

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Bildung und Aufklärung sind deshalb zentrale Säulen der Erinnerungskultur. Gedenkstätten, Zeitzeugenberichte und Institutionen, bewahren Namen, Geschichten und Biografien. Sie geben den Opfern ihre Individualität zurück – und verhindern, dass Erinnerung zu einer abstrakten Zahl verkommt.

 

Gedenken bedeutet auch, Verantwortung im Heute zu übernehmen. Demokratie, Menschenrechte und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen geschützt, verteidigt und aktiv gelebt werden – in politischen Entscheidungen ebenso wie im Alltag, im Umgang miteinander, im Eintreten für diejenigen, die ausgegrenzt oder bedroht werden.

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Am 27. Januar erinnern wir uns an die Opfer und ehren die Überlebenden. Vor allem aber bekräftigen wir ein Versprechen: wachsam zu bleiben, Haltung zu zeigen und Erinnerung als Auftrag zu verstehen.

 

Denn Erinnerung gehört nicht allein der Vergangenheit an. Sie prägt unser Handeln heute – und die Zukunft, die wir gemeinsam gestalten.

Herzlichst

 

Ihre