Wissenschaft gestaltet unsere Zukunft – von medizinischen Innovationen über technologische Entwicklungen bis hin zu Lösungen für die großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit.
Und doch macht uns der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft deutlich, dass diese Zukunft noch immer nicht von allen gleichermaßen mitgestaltet wird.
Weltweit sind Frauen in den Naturwissenschaften, der Technologie, der Ingenieurwissenschaft und der Mathematik weiterhin unterrepräsentiert.
Nach Angaben der UNESCO stellen Frauen weniger als ein Drittel der weltweiten Forschenden – und in vielen Ländern nimmt ihr Anteil mit jeder höheren Karrierestufe weiter ab.
Das ist kein Mangel an Talent, sondern ein Mangel an Chancengleichheit, Zugang und Sichtbarkeit.
Was diesen Tag so bedeutend macht, sind nicht nur die Zahlen, sondern die Geschichten dahinter. Mädchen verlieren oft schon früh das Vertrauen in ihre naturwissenschaftlichen Fähigkeiten – geprägt durch Rollenbilder, fehlende Vorbilder oder ungleiche Förderung.
Viele junge Frauen verlassen wissenschaftliche Laufbahnen nicht aus mangelnder Kompetenz, sondern weil Strukturen nie für sie mitgedacht wurden. Wenn Wissenschaft unserer Gesellschaft dienen soll, muss sie diese Gesellschaft auch widerspiegeln – in all ihrer Vielfalt.
Wissenschaft lebt von Neugier, kritischem Denken und Ausdauer – Eigenschaften, die kein Geschlecht kennen. Dort, wo Frauen und Mädchen gleichberechtigt vertreten sind, wird Forschung kreativer, nachhaltiger und wirkungsvoller. Vielfalt in der Wissenschaft ist kein Ideal, sondern ein echter Mehrwert.
Ebenso entscheidend ist Sichtbarkeit. Vorbilder zählen. Wenn Mädchen Frauen sehen, die Labore leiten, Forschung prägen und Wissen in gesellschaftlichen Fortschritt übersetzen, öffnen sich Horizonte. Repräsentation schafft Vertrauen – und Vertrauen schafft Zukunft.
An diesem Tag geht es deshalb um mehr als um Anerkennung. Es geht um die Frage, was wir verändern können: in Bildungssystemen, in Institutionen, in Förderstrukturen und in unseren täglichen Haltungen.
Die Förderung von Frauen und Mädchen in der Wissenschaft bedeutet Mentoring, gleichen Zugang zu Ressourcen, familienfreundliche Karrierewege und eine Kultur, die Zusammenarbeit stärker wertschätzt als Ausgrenzung.
Wissenschaftlicher Fortschritt ist immer eine gemeinsame Leistung. Und die Herausforderungen unserer Zeit – von globaler Gesundheit bis zum technologischen Wandel – verlangen nach dem gesamten Potenzial unserer Gesellschaft.
Frauen und Mädchen in der Wissenschaft zu stärken, ist daher nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit. Es ist ein Bekenntnis zu besserer Forschung, zu resilienteren Gesellschaften und zu einer Zukunft, die auf geteilter Verantwortung und gleichen Chancen beruht.
Denn wenn Frauen und Mädchen in der Wissenschaft ihren Platz haben, wächst nicht nur Wissen – sondern auch unsere Fähigkeit, eine gerechtere Welt zu gestalten.
Herzlichst
Ihre