Gastbeitrag:

Offenbacher Kinder im Diesterweg-Stipendium machen den „Familien-Check“

Das Diesterweg-Stipendium stellt Kinder UND ihre Familien in den Mittelpunkt. Motivierte Kinder, denen im Alltag Bildungsbarrieren im Wege stehen, werden unter Einbeziehung der ganzen Familie soweit gestärkt und gefördert, dass sie ein ihrem Potential entsprechendes Bildungs- und Ausbildungsziel erreichen. Ziel ist es, auch die Eltern als Bildungsbegleiter ihrer Kinder zu stärken und die Familie als Resonanzkörper wahrzunehmen, in dem sich Bildung tatsächlich vollzieht.

„Familie“ war in den vergangenen Monaten ganz konkret der eine Ort, an dem der gesamte Alltag der Kinder sich konzentriert hat. Dort wurde gelebt, (digital) gelernt, gearbeitet, sozial interagiert. Auch mussten sich insbesondere Familien mit Schulkindern ganz intensiv mit neuen Technologien befassen und sich digitale Kompetenzen aneignen. Hierbei hat das Diesterweg-Stipendium versucht, den Familien mit einem angepassten Angebot bei diesen Herausforderungen zur Seite zu stehen.

 

Aber was heißt Familie für uns, was macht diese Gemeinschaft aus, wer gehört dazu, was machen Familienmitglieder gemeinsam? Mit diesen Fragen haben sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Rahmen eines Filmworkshops in den Osterferien 2021 beschäftigt. Der Ferienkurs wurde vom Medienprojektzentrum Offener Kanal Rhein-Main in Offenbach pädagogisch und fachlich begleitet.

Unter angepassten Bedingungen – nämlich größtenteils digital – haben die Kinder im Workshop den „Familien-Check“ gemacht. Sie sind drei Fragen nachgegangen, die sie in Zusammenhang mit dem Thema „Familie“ beschäftigen:

Welche Traditionen gibt es in meiner Familie?

Wie sieht die Freizeit in meiner Familie aus?

Und: wer gehört denn alles zu einer Familie dazu?

Die Kinder haben sich mit der kulturellen Vielfalt innerhalb ihrer Gruppe befasst und über wichtige Traditionen in ihren Familien gesprochen. Und sie haben sich mit verschiedenen Formen von Familien auseinandergesetzt: neben der traditionellen Kleinfamilie (bestehend aus Vater, Mutter, Kind oder Kindern) haben sie ihren Blick auf andere Realitäten geweitet. Die jungen Filmemacher:innen haben recherchiert, was Pflegefamilien und Adoptivfamilien sind und dazu auch einen Experten befragt. Ihre Ergebnisse haben sie in einem kurzen Beitrag präsentiert.

Der Film wird Ende Mai vom MOK gezeigt. Wer schon jetzt reinschauen möchte, findet den Beitrag auch hier: zum Video

Mit diesem Projekt wurde die Medienkompetenz, Kreativität und Eigeninitiative der Stipendiat:innen gefördert. Die Kinder lernten wie man einen Dokumentarfilm macht, incl. Drehbuch, Text und Kamera. Sie kreierten den Inhalt ihres Films völlig eigenständig und wurden lediglich bei der technischen Umsetzung durch die Erwachsenen unterstützt. So wurde Selbstbewusstsein gestärkt, und nebenbei auch Konsens- und Teambildungsfähigkeit geschult.

Deutlich wurde: die Familie ist ein wichtiger Mittelpunkt im Leben der Kinder – und eine „Institution“, die seit Beginn der Pandemie viele zusätzliche Aufgaben übernommen hat und über sich hinaus gewachsen ist. Die Familien im Offenbacher Diesterweg-Stipendium zeichnen sich, wie viele andere Familien in diesem Moment, durch enorme Resilienz aus. Sie sind selbst ein wesentlicher Baustein des Stipendiums. Wir freuen uns, sie mit diesem Filmbeitrag würdigen zu können.

 

 

 

Das Diesterweg-Stipendium in Offenbach wird bereits seit 2015 als eine meiner Herzensangelegenheiten durch mich und meine Stiftung persönlich und finanziell unterstützt. Es wird ein großer Beitrag für Kinder und Familien auf ihrem gemeinsamen Bildungsweg und zu Ihrer Integration in die Gesellschaft geleistet. Ein großes Dankeschön an das Team des Diesterweg-Stipendium in Offenbach! 

Herzlichst