10 Jahre Syrienkonflikt – ein trauriger Jahrestag

Seit 2011 fordert die syrische Protestbewegung den Sturz der Regierung unter Präsident Baschar al-Assad. Die Sicherheitskräfte gehen mit Härte gegen die Opposition vor, viele Menschen werden verhaftet, gefoltert und getötet.

Der Syrien-Krieg hat bislang fast eine halbe Million Menschenleben gefordert und 12 – 14 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht, was ca. der Hälfte der syrischen Bevölkerung entspricht. Längst handelt es sich nicht mehr nur um einen Bürgerkrieg, sondern um einen Stellvertreterkrieg vieler Beteiligter auf dem Gebiet eines einzigen Staates […] Und eine tragfähige politische Lösung des Konflikts scheint indes immer noch weit entfernt. […]

UN-Flüchtlingskommissar António Guterres bezeichnet die Syrien-Krise als die dramatischste humanitäre Ausnahmesituation weltweit seit langer Zeit. Millionen Syrer sind seit Beginn des Konfliktes über die Landesgrenzen geflohen. Die meisten haben in Jordanien, im Libanon und der Türkei Schutz gesucht. Hunderttausende haben sich auf eigene Faust auf den Weg nach Europa gemacht und setzen auf der Flucht ihr Leben aufs Spiel. Innerhalb der syrischen Grenzen zählen die Vereinten Nationen über zehn Millionen Heimatvertriebene.

„Die Gewalt in Syrien muss enden“

Statement von UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore zur Lage der Kinder in Syrien:

„Auch 10 Jahre nach Kriegsbeginn werden Kinder in Syrien weiterhin getötet, verletzt, aus ihrem Zuhause vertrieben und lebensnotwendiger Güter beraubt. […]

Kinder und ihre Familien haben im letzten Jahrzehnt schreckliche Not ertragen müssen – und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht. Mindestens 4,7 Millionen Kinder brauchen humanitäre Hilfe. Wachsende Armut, Brennstoffmangel und steigende Lebensmittelpreise zwingen Kinder zu arbeiten anstatt die Schule zu besuchen.

Das sich schnell verbreitende Corona-Virus macht es für die Familien von Woche zu Woche schwieriger, ihr Überleben zu sichern und ihren Kindern Zugang zu grundlegender Bildung und Schutz zu gewährleisten.

UNICEF und andere humanitäre Partner arbeiten weiter unentwegt daran, den Familien zu helfen – aber das können wir nicht alleine. Wir brauchen mehr finanzielle Unterstützung. Wir brauchen besseren Zugang. Und am wichtigsten: Wir brauchen die Unterstützung aller Akteure, um die Kinder zu schützen. Die Gewalt in Syrien muss enden.“

Viele Menschen in Syrien sind verzweifelt ob ihrer Lage, wie diese Frau und das Kind.

Mehr als sechs Millionen Syrerinnen und Syrer sind innerhalb des Landes vor der Gewalt geflüchtet. Ein großer Teil von ihnen sind Kinder. 

Hunderttausende Jungen und Mädchen sind chronisch mangelernährt. Hunger bedroht akut das Leben Tausender Kinder.

Hinzu kommt die Gefahr durch das Coronavirus: In den Notunterkünften auf der Flucht gibt es für die Menschen kaum Möglichkeiten, Hygiene-Regeln zum Schutz vor einer Ansteckung einzuhalten. Gleichzeitig bricht das Gesundheitssystem im Land immer mehr ein. Viele Kinder sind krank, aber überall fehlt es an Ärzten und Medikamenten.

Helfen Sie mit für syrische Kinder eine Perspektive zu schaffen!

Die Ann-Kathrin-Linsenhoff-Stiftung für UNICEF unterstützt u.a. auch die Projekte in Syrien. Die humanitäre Hilfe von UNICEF rettet täglich Kinderleben. Aber nur ein Ende des Krieges kann den Kindern dauerhafte Sicherheit geben.
Die jüngeren Kinder haben ein friedliches Leben nie kennengelernt: Der nun seit zehn Jahren anhaltende Syrien-Krieg ist älter als sie selbst.
Viele syrische Kinder haben ihre Heimat noch nie gesehen. Und auch die Kindheit der älteren Kinder und Jugendlichen ist vor allem von Gewalt, Verlust und Vertreibung geprägt.

Filmbeitrag: Krieg in Syrien: Neues Leid für Kinder

 

Die Mädchen und Jungen haben ein Leben in Frieden verdient!

Eine friedliche Zukunft des Landes wird nur möglich sein, wenn diejenigen gestärkt und geschützt werden, die heute Kinder sind!

Herzlichst

 

 

 

 

 

 

Nachfolgende Filmempfehlung:

Life on the border

Kinder aus Syrien und Irak erzählen ihre Geschichte
von: Mahmod Ahmad, Sami Hossein, Delovan Kekha, Hazem Khodeide, Diar Omar, Zohur Saeid, Besameh Soleiman
„Ich möchte, dass ihr mein Leben kennenlernt.“ Kinder und Jugendliche aus dem Irak und Syrien laden die Zuschauenden mit ihrem Film auf unmittelbare und eindrucksvolle Weise dazu ein und halten ihren Alltag in den Geflüchtetenlagern, ihre Verwundungen und Hoffnungen aus ihrer Perspektive fest.